Upgrade von Ubuntu 14.04 auf 16.04

By Harald 4 comments

Das Wichtigste bei eine Upgrade vorab: Ich mache eine Sicherheitskopie all meiner relevanten Daten (inkl. MySql-Datenbanken), die sich auf dem Server befinden, der upgegradet werden soll! Es kann der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass bei dem Upgrade etwas schief läuft und alle Daten auf dem Server zerstört werden oder verlorengehen.

1. Update und Upgrade der Version 14.04

Bevor ich das Upgrade auf 16.04 starte, bringe ich das gegenwärtige System auf den neusten Stand:

sudo apt-get update
sudo apt-get upgrade

Mit dist-upgrade werfe ich noch unnötig gewordene Pakete heraus.

sudo apt-get dist-upgrade

2. update-manager-core

Als nächstes wird der Update-Manager installiert:

sudo apt-get install update-manager-core

3. Upgrade!

Der eigentliche Upgrade-Prozess wird gestartet mit:

sudo do-release-upgrade -d

Anmerkung: Normalerweise sollte das Upgrade auch mit

sudo do-release-upgrade

starten. Für das Upgrade auf 14.04 sagte Ubuntu Team-Manager Steve Langasek dazu: “Upgrades between LTS releases are not enabled by default until the first point release, 14.04.1, scheduled for July. It is recommended that most LTS users wait until then before upgrading to 14.04.” Vermutlich gilt dies auch für die Version 16.04.

Im Fortgang werden einige Abfragen gestellt, die ich alle bejahe (j). Schließlich kommt eine Info, dass das Upgrade mehrere Stunden dauern kann. Kurz darauf erscheint schon ein Hinweis zu “Konfiguriere libssl1.0.0:amd64”, den ich mit “Ja” beantworte. Danach habe ich erst einmal eine längere Pause vor mir, während das Upgrade installiert wird.
Nach einiger Zeit erscheint die Frage:

Konfigurationsdatei »/etc/initramfs-tools/initramfs.conf«
 == (von Ihnen oder von einem Skript) seit der Installation.
 ==> Paketverteiler hat eine aktualisierte Version herausgegeben.
   Wie möchten Sie vorgehen? Ihre Wahlmöglichkeiten sind:

Da ich zu lange gewartet habe, die Frage zu beantworten, wird die Vorgabe “N” (= Nein) vom Programm gewählt, und damit wird die “momentan installierte Version beibehalten”. Schließlich wird das Upgrade mit “Command terminated with signal 2” beendet. Mit der Taste “x” gelange ich wieder auf meine Kommandozeilenebene.
Mit dem Befehl

cat /etc/lsb-release

lasse ich mir anzeigen, ob sich Ubuntu 16.04 nun tatsächlich auch auf dem Server als Betriebssystem befindet.

Nun wollte ich mit

sudo apt update
sudo apt upgrade

die neue Version aktualisieren, erhielt jedoch ein paar Fehlermeldungen. Als Lösung wurde vorgeschlagen, Folgendes auszuführen:

sudo dpkg --configure -a

Damit gelagte ich wieder zu der oben bereits angesprochenen Auswahlmöglichkeit

Konfigurationsdatei »/etc/initramfs-tools/initramfs.conf«
 == (von Ihnen oder von einem Skript) seit der Installation.
 ==> Paketverteiler hat eine aktualisierte Version herausgegeben.
   Wie möchten Sie vorgehen? Ihre Wahlmöglichkeiten sind:

die ich diesmal mit Y beantwortete. Kurz darauf erschien eine Auswahlmöglichkeit zu

 A new version of /boot/grub/menu.lst is available, but the version  
    installed currently has been locally modified.   

   What would you like to do about menu.lst?

Ich wählte als Antwort

Version des Paket-Betreuers installieren

und bestätigte mit OK.

Auch die Abfrage

Konfigurationsdatei »/etc/ntp.conf«
 ==> Geändert (von Ihnen oder von einem Skript) seit der Installation.
 ==> Paketverteiler hat eine aktualisierte Version herausgegeben.

bestätigte ich mit Y.
Falls man eine Abfrage über die Konfigurationsdateien verpasst hat, kann man sie mit

sudo dpkg --configure -a

erneut aufrufen.

Nun führt

sudo apt update
sudo apt upgrade

nicht mehr zu einer Fehlermeldung, sondern Ubuntu 16.04 erhält ganz regulär ein Update. Es handelt sich übriges nicht um einen Tippfehler: Statt “apt-get” reicht in Ubuntu 16.04 ein “apt”.

4 Comments

Herbert Müller

Jun 6, 2016, 8:45 am Reply

Ich habe ein Upgrade von Ubuntu 14.04 auf 16.04 gemacht und es funktioniert auch
weites gehend gut.
Allerdings erscheint beim Start des Rechners folgende Meldung mit der ich nichts anfangen kann. Dies ist die Meldung:
[ 2.287914] usb 2-1-port3: over-current condition
[ 2.287914] usb 2-1-port4: over-current condition
/dev/sda1: clean, 400413/19021824 files, 5910653/76068096 blocks
Ich hoffe sie können mir helfen und bedanke mich
H. Müller

Harald

Jun 6, 2016, 8:10 pm Reply

Hallo Herbert,

zu den over-current condition google mal, da gibt es einige Posts im Netz. Funktionieren deine USB-Anschlüsse?

/dev/sda1: clean, usw. erscheint bei mir auch bei jedem Bootvorgang. Das ist ein Diskcheck, ich weiß auch nicht, ob ich das als Warnhinweis verstehen soll. Bis jetzt läuft 16.04 bei mir äußerst rund. Im Netz habe ich folgenden Link dazu gefunden:

http://askubuntu.com/questions/383114/my-ubuntu-is-running-fsck-on-every-bootup

Vielleicht hilft dir der weiter.

Viele Grüße
Harald

Rainer Wohler

Apr 4, 2018, 10:16 am Reply

Hallo, sehr geschätzter Experte!

Auf der Suche nach zielführenden Hinweisen für einen mehr oder weniger Laien, fand ich deinen Blog, der mir durch zwei Postings zum Thema Upgrade sehr angenehm aufgefallen ist.

Eigentlich könnte ich seit Ende 2016 mit meinem ersten kleinen Server-Projekt als Anfänger recht zufrieden sein, da das bisher sehr stabile System gute Rankingwerte punkto Performance und Sicherheit aufweist sowie nur ein einziges Mal beim “Herumspielen” kurzfristig Probleme auftraten.

Seit geraumer Zeit versuche ich meinen Ubuntu 14 -Miniserver mit Plesk Onyx-Konsole, bei einem Schweizer Provider stationiert, auf die nächste LTS-Version upzugraden bzw. die dafür nötigen Vorbereitungen zu treffen und Informationen einzuholen. Inzwischen steht bereits LTS 18.04 an, aber das kümmert vorerst weniger, solange ich keinen Zugang vom System erhalte.

Der Support des Providers ist dort auf lediglich ein Fragen und Antworten im Rahmen eines Standard-Supports eingeschränkt. Eingriffe direkt ins System, lehnt er ab, im Übrigen seien sie nur Wiederverkäufer von Plesk. –

Mit ersten Vorschlägen “sudo -i” oder auch “su” anzuwenden, komme ich auch nicht weiter. Ich weiss nicht einmal, wie das mit meinen damals erhaltenen und noch vorhandenen Admin-Daten bezüglich Sudo und Rootrechten genau im Zusammenhang steht. Sie waren ja erst mal dafür gedacht, um mich auf der Plesk-Konsole überhaupt einloggen zu können und das ganze Einrichtungsprozedere auf dem rudimentär vorinstallierten System zu starten.

Wenn ich mich mit PuTTY (habe Win7 Pro und aktuell versuchsweise LinuxMint im Desktop-PC) auf meinem Plesk-Server unter Ubuntu 14.04 mit Server-IP auf Port 22 sowie einem Benutzernamen mit Admin-Rechten und eigenem Konto einzuloggen versuche, bekomme ich immer die Antwort “access denied”. Wenn ich dasselbe mit einem Benutzernamen einer Domain, aber Admin-Rechten tue, kann ich mich zwar einloggen, komme aber nirgends mehr weiter, da dann der Hinweis erscheint, dass dieser Benutzer nicht zur Sudoer-Gruppe gehöre.

Ich habe ausserdem ein zusätzliches Admin-Konto unter Tools&Einstellungen (Plesk Onyx) eingerichtet sowie parallel dazu unter Benutzerkonten und Benutzerrollen, um zu schauen, was dann anders /besser ist. Es macht offenbar keinerlei Unterschied.

Wenn ich mich mit FileZilla mittels SFTP – SSH – Protokoll und Server-IP im Verzeichnis /bin als obiger Domainbenutzer am ftp-Server der Domain (mit wp-Installation) anmelde, dann kann ich bis auf wenige Ausnahmen alle Ordner und Dateien anschauen, aber nichts dran editieren (logischerweise), also vorallem die im Plesk Admin-Handbuch unter “Unterstützung des Dist-Upgrades erwähnten Skripte. (übrigens, was bedeutet konkret “ein Skript ausführen”, wie wäre da genau vorzugehen, insbesondere beim Upgrade?)

Habe auch bei der System-Firewall wegen der Ports reingeschaut, bei den SSH-Einstellungen u. a. mehr.

So habe ich mich in einigen meist englischsprachigen Foren, auch bei Plesk und Ubuntu umgeschaut, eine Menge interessanter Hinweise und auch Tipps eingesammelt, aber bei Zugriffsverweigerung und gesperrten Dateien nützt all das bisher nichts. Ich bin immer noch weitgehend Laie auf diesem Gebiet und nun sozusagen am Ende, zumal der Umgang mit der Befehlszeile bei mir nur nach exakten Vorlagen funktioniert.

Vielleicht komme ich durch dich wenigstens einen guten Schritt weiter oder gar ans Ziel?

Freundliche Grüsse von Rainer

Harald

Jun 6, 2018, 9:00 am Reply

Hallo Rainer,

vielen Dank für deinen Kommentar.

Ich habe auch mal eine zeitlang mit Plesk gearbeitet, bin aber wieder völlig davon abgekommen, weil ich keinen unmittelbaren Zugriff auf den Server habe. So wie ich deinen Kommentar verstehe, bist du dir nicht sicher, ob du überhaupt root-Rechte auf deinem Server hast. Kannst du dich über

ssh deinusername@123.456.789

auf deinem Server anmelden?

Falls nicht, hast du vermutlich keinen root-Zugriff. Wenn du als User nicht zur Sudoer-Gruppe gehörst, kannst du den User zur Sudoer-Gruppe hinzufügen, wie ich in diesem Artikel beschrieben habe:

https://jungle-tools.de/?p=213

Aber das A und O ist, dass du erst einmal root werden kannst.
Wenn du unter Windows arbeitest, empfehle ich dir übrigens Mobaxterm statt Putty, da kannst du wenigsten die Zeilen vernünftig erkennen.

Viele Grüße
Harald

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